Spitex Geschichten

 

Carmen (42) – Mama war immer die Starke

 

Zunächst hatte sie sich nicht viel dabei gedacht: eine falsch zugeknöpfte Bluse, die zerzausten Haare – es war einfach ein bisschen viel für Mama. Papa war gestorben, nach fast 50 Jahren Ehe. Das hat sie durcheinandergebracht. Ist normal, dachte Carmen.

 

Doch die Vorkommnisse häuften sich: dreckiges Geschirr im Spülbecken, das ungemachte Bett, leere Flaschen im Kühlschrank. Mama roch auch nicht mehr so gut. Dabei war sie immer ein Vorbild gewesen. Sie hat gearbeitet und den Haushalt geführt, zu Papa geschaut, als er krank wurde, hatte immer alles im Griff. Etwas stimmte also nicht. Aber wenn Carmen sie darauf ansprach, reagierte Mama ungehalten.

 

Carmen beginnt, sich Sorgen zu machen. Sie recherchiert im Internet und merkt: Vieles deutet auf eine beginnende Demenz hin. Es wird also nicht wieder besser. Sie wird sich mehr um ihre Mutter kümmern müssen. Dabei hat sie mit drei Kindern und dem 40-Prozent-Job eigentlich genug zu tun. Carmen braucht Unterstützung.

 

Sie meldet sich bei der Spitex Kriens, schildert die Situation. Die erste Beratung überzeugt sie. Und eine medizinische Abklärung bestätigt Carmens Vermutung. So bekommt ihre Mutter nun dreimal pro Woche Besuch einer Spitex-Mitarbeitenden. Die Mutter hat auf Anhieb Vertrauen gefasst. Die Spitex-Mitarbeitende hilft im Haushalt, begleitet sie beim Einkaufen, unterstützt sie bei der Körperpflege. Das gibt Sicherheit. Und Carmen weiss, die Mama ist gut umsorgt.

 

Spitex Kriens – Entlastung für Angehörige

An Wochenenden kümmern sich Carmen oder ihr Bruder um die Mutter, gemeinsam mit den Kindern. Das Verhältnis hat sich merklich entspannt. Sie lachen viel, geniessen die Zeit. Dank der Unterstützung der Spitex können sie sich auf eine professionelle Betreuung verlassen.

 

www.spitex-kriens.ch


 

Spitex Geschichten

 

Andreas (48) – Plötzlich war alles anders

 

Hektik als Normalzustand: Deadlines, Meetings, Präsentationen. Zeitdruck, Leistungsdruck. Die Ideen mussten sprudeln. So ist das in einer grossen Werbeagentur. Und so liebte es Andreas, Grafiker und Art Director. Vollgas. Immer am Limit. 

 

Plötzlich, im Herbst 2021: schlaflose Nächte, Herzrasen immer wieder. Schweissausbrüche. Jeder Einkauf wird zur Qual: die Leute, das grelle Licht. Eines Morgens kann Andreas nicht aufstehen. Sich anziehen? Unmöglich. Duschen? Ein Kraftakt. Er meldet sich krank. Das Telefon löst Panik aus. Die Türklingel schrillt unerträglich. Er verkriecht sich unter der Decke. Hat Todesangst.

 

Als seine Frau Ines am Mittag nach Hause kommt, trifft sie ein Häufchen Elend. Andreas liegt im Bett, zittert, weint. Sie ruft den Hausarzt. Es folgt die Einweisung in die psychiatrische Klinik. Diagnose: Angststörung mit Panikattacken. Ursache: langandauernde, massive Überlastung. Andreas ist bis auf weiteres arbeitsunfähig.

  

Sein behandelnder Arzt empfiehlt die Betreuung durch die Spitex. Andreas geht nach Hause. Täglich besucht ihn eine Pflegefachperson HF Psychiatrie. Sie ist fachkompetent, empathisch. Andreas fasst rasch Vertrauen zur ihr. Er lernt seine Erkrankung kennen, die Symptome und Auslöser einschätzen. Immer wieder stellt er sich den für ihn schwierigen Situationen, sorgsam begleitet durch die Pflegefachperson. Schritt für Schritt findet er einen Umgang damit – und seinen Weg zurück in den Alltag.

 

Spitex Kriens – auch für die psychiatrische Pflege!

Heute, sechs Monate später arbeitet Andreas wieder halbtags. Die Unterstützung durch die Spitex hat massgeblich dazu beigetragen. Er ist zuversichtlich, bald wieder Kundentermine wahrnehmen zu können. Und er hat etwas Grossartiges gelernt: einen sorgsamen Umgang mit sich selbst.

 


 

Spitex Geschichten

 

 

Elsa (79) – Die letzte Lebensphase

 

Angefangen hat Elsas Krankengeschichte vor 20 Jahren. Da war dieser Husten, der nicht wegwollte. Sonst hatte sie sich tipptopp gefühlt. Trotzdem machte sie einen Routinecheck. Dabei entdeckte man ein Lungenkarzinom, klein, ohne Ableger. Die Heilungschancen waren gut. Und tatsächlich, die Chemotherapie zeigte Wirkung. Acht Monate später galt Elsa als gesund.

 

Sie lebte weiter. Ja, sie genoss das Leben noch mehr als zuvor, erleichtert, den Krebs besiegt zu haben. Heute ist Elsa froh, all die Reisen unternommen, ihre Enkelkinder gehütet, Tango und Spanisch gelernt zu haben.

 

Vor fünf Jahren, Elsa war 74, meldete sich der Krebs zurück, aggressiver diesmal. Es gab Ableger in der Leber. Sie sprach wieder an auf die Behandlungen, ganz weg ging die Krankheit aber nicht. Trotzdem erlebte sie weitere schöne Jahre, erfreute sich am Wachsen ihrer Enkel.

 

Ihr Partner und ihre zwei Töchter waren da für sie. Doch die Pflege wurde anspruchsvoller, die Belastung für die Angehörigen grösser. Seit einigen Monaten unterstützt sie die Palliativpflege der Spitex. Speziell geschulte Mitarbeitende kommen vorbei, zweimal täglich. Sie sorgen für eine möglichst hohe Lebensqualität auch im letzten Abschnitt, für möglichst wenig Schmerzen – in enger Zusammenarbeit mit der behandelnden Ärztin und mit dem Brückendienst der Spitex Luzern. Sie sind für Elsa da, wenn es ihr nicht gut geht. Die spirituelle und menschliche Unterstützung ist bei Bedarf genauso wichtig wie die pflegerische.

 

Spitex Kriens – für eine menschliche Palliativ-Pflege

Elsa ist froh, zuhause zu sein, ihre Kinder, Enkel, Freunde zu sehen, wenn sie mag. Und die Mitarbeitenden der Spitex setzen ihr ganzes Fachwissen und ihre Erfahrung dafür ein, dass sie diese Zeit so gut wie möglich geniessen kann.  


 

Spitex Geschichten

 

 

Pascal (28) – Beide Arme im Gips!

 

Hätte ich bloss besser aufgepasst. Das hat sich Pascal oft gesagt – im Nachhinein. Es war kurz vor 17 Uhr auf dieser Baustelle. Er hatte wohl schon den Feierabend im Kopf, war unaufmerksam. Zwei, drei Sekunden lang, aber das hat gereicht. Zu spät merkte er, wie das Brett unter seinen Füssen nachgab – ein Sturz, unfassbarer Schmerz. Kurz darauf lag Pascal im Krankenwagen, das Morphium wirkte.

 

Ein paar Tage später: Pascal sitzt zuhause, beide Arme im Gips. Schön blöd. Er kommt sich hilflos vor. Das Handy liegt auf dem Tisch, unerreichbar. Der Fernseher läuft. Umschalten geht nicht. Essen, kochen – wie denn? Er kann ja nicht einmal allein aufs WC.

 

Zum Glück hat seine Freundin die Idee mit der Spitex. Die sind nicht nur für Alte und Kranke da, hat sie gesagt. Sondern für alle, die zuhause medizinische und pflegerische Hilfe benötigen. Auch wenn sie jung sind, topfit – so wie Pascal.

 

So bekommt er nun zweimal täglich Besuch von einem Spitex-Mitarbeitenden. Vier Wochen lang voraussichtlich, je nach Heilungsverlauf. Er hilft ihm bei der Körperpflege, beim Gang auf die Toilette. Beim Anziehen und Essen. Am Anfang war ihm das schon etwas peinlich. Mittlerweile fühlt es sich fast normal an. Er kontrolliert auch seinen Gips. Schaut, dass keine Ödeme entstehen. Und die Freundin ist ja auch für ihn da.

 

Spitex Kriens – auch für junge Leute da!

Pascals Arme sind bald wieder heil, komplikationsfrei. Ab und zu ist ihm langweilig. Oder es nervt. Aber er weiss, er ist bestens versorgt. Und kommt ohne Smartphone aus. Sogar ohne Sport, ohne Ausgang. Mehr schlecht als recht, aber immerhin. Und er weiss, dass die Spitex auch für junge Leute da ist, wenn’s drauf ankommt. Irgendwie beruhigend. Nicht?